Kasimir - die Geschichte einer kleinen Katze

Letzten Frühling hatte unsere Hofkatze Maunzi Junge. Wie erwartet gebar sie die Jungen in der Scheune unter dem Heustock in einer kleinen dunklen Höhle. So war es uns nicht möglich die jungen Kätzchen anzuschauen oder zu kontrollieren.

Doch eines Abends stand Maunzi vor der Tür und trug ein kleines, schwarzes Bündel mit den Zähnen. Erstaunt schauten wir zu, wie Maunzi ihr Junges in die Stube trug, auf den Teppich legte und zu schlecken begann. Doch das Junge war total abgemagert, hatte riesengrosse Augen und atmete kaum noch. Maunzi rannte zur Tür und wollte wieder gehen. Nach einiger Zeit kam sie zurück, wieder mit einem Jungen in den Zähnen. So holte sie an diesem Abend ihre vier Jungen zu uns in die Stube. Jetzt sahen wir auch den Unterschied zwischen Kasimir, diesem erbärmlichen Bündel, und seinen drei Brüdern. Kasimir, so nannten wir ihn, wog 75 Gramm und seine Brüder schon 400 Gramm.
So erklärten wir unseren Kindern, dass es nur eine Frage von Stunden sei bis Kasimir sterben würde weil er der kleinste und schwächste sei und so zuwenig Milch von seiner Mutter bekomme. Erklärten ihnen so das Gesetz der natürlichen Selektion.

Doch weit gefehlt. Bio und Natur hin oder her, Kasimir sollte gerettet werden! Sie riefen den Tierarzt an, folgten nicht seinen Bedenken und kauften Katzenmilch für Kasimir. Das Kätzchen war so schwach, dass es die Milch nicht aus dem kleinen Fläschchen saugen konnte, sondern mit einer Pipette eingetröpfelt bekam. Und siehe da, Kasimir hatte nach einigen Tagen schon 5 Gramm zugenommen wurde gefüttert, gepäppelt und jedes Mal wenn die Waage eine Gewichtszunahme anzeigte, hallte ein Freudengeschrei durch das Haus als wäre ein Schweizer Olympiasieger geworden.

Kasimir hat den Rank zum Leben gefunden, wurde zwar nie so schwer wie seine Brüder, nie so gross wie seine Brüder und auf einem Auge blieb er blind.
Dafür durfte er aber auf dem Hof bleiben, verhätschelt und verschmust und für uns alle ein Lehrbeispiel für Entspannung.
Das Mausen wird wohl nie seine Stärke werden, darum haben wir diese Regulierung der Katzenmutter überlassen, obwohl die Kinder behaupten, Kasimir hätte schon mal eine Maus von hinten gesehen.

Und noch heute wenn Kasimir auf der Strasse Kinderstimmen hört läuft er hin, streicht ihnen um die Beine, als möchte er sich bedanken für die Katzenmilch in jungen Tagen.

Orlando


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